Hier sind 8 Fallbeispiele aus meiner Praxis -
Du willst wahre Geschichten hören? Hier ein Einblick!

1.Sexual- oder Hingabestörung
Maria, 50 Jahre, stellvertretende Filialleitung einer großen Supermarktkette, kam zu mir mit den Worten: „Ich habe eine Reizblase seit vielen Jahren. Es war ein langer Weg, weil es nicht besser geworden ist, mit Depressionen und Selbstmordversuch. Aufenthalt in der Psychiatrie, Antidepressiva und es ist besser geworden, aber es war nie weg. Dieses Jahr habe ich Scheidung hinter mir, bin ausgezogen, neuen Partner und die Reizblase ist wieder so heftig geworden wie damals, mit extrem starkem Harndrang. Egal was ich einnehme, es hilft nicht.“
Wie sich in unserem ersten Gespräch herausstellte, begannen die Blasenbeschwerden 2013, zeitgleich mit dem Auftreten einer „Sexsucht“ des Ex-Mannes. Diese wiederum begann mit dem Tod seiner Mutter. Maria fühlte sich wie ein „Mutterersatz“. Entgegen ihres Willens gab sie nach und erfüllte die Wünsche des Mannes, des Familienfriedens zuliebe. Maria wollte „immer nur das Beste für ihre Tochter“, die ebenfalls noch zu Hause wohnte. Sie „wollte ihr eine Trennung nicht antun“. So vergingen die Jahre, in denen sie ihrer Tochter „eine heile Welt vorspielte“. Maria wurde als Kind oft „kleingemacht“ und hörte Sätze von ihrer Mutter wie: „Du bist ja eh nur blöd.“ Deshalb wollte sie „die perfekte Ehefrau sein“.
Als Maria verstand, warum, wieso und weshalb all die Dinge passierten und mit ihnen endlich Frieden schließen, sowie sich selbst, als auch ihrem Ex-Mann verzeihen konnte, verschwanden die Beschwerden.
Josephine, 18 Jahre, Auszubildende im Einzelhandel, kam zu mir aufgrund einer sehr starken Reizblasensymptomatik. Alle medizinischen Untersuchungen ergaben nichts. Sie konnte fast gar nicht mehr das Haus verlassen. Wenn sie rausgehen musste, dann nur mit Einlagen. Auch dass sie nicht mehr ihre Lieblings-Jeans tragen konnte, verminderte zusätzlich ihre Lebensqualität. Darüber hinaus zeigten sich noch viele andere psychosomatische Beschwerden, wie Reizdarm, Taubheitsgefühle in den Beinen und Armen, Kopfschmerzen und Schwindel. Auch hierfür konnten die Ärzte keine Ursachen feststellen. Sie ist eine kerngesunde junge Frau. Schon in den ersten Sitzungen wurde klar, dass Josephine Beziehungskonflikte quälten. Eine schwierige Trennung lag hinter ihr. Es war ein Hin- und ein Her. On-off-Beziehung. „Er hat mich kaputt gemacht.“, sagte sie immer wieder und wieder. Dennoch suchte sie wiederholt den Kontakt zu ihm.
Durch eine Reise in die Vergangenheit, eine meiner zahlreichen Methoden, um an den Punkt der Ursache zu gelangen, kamen wir an einem bestimmten Tag in ihrem Leben an. Es gab einen sexuellen Übergriff von besagtem Ex-Partner. Sie war „erstarrt“ und hat „nur an die Wand geschaut“. Dieser Tag war ihr „Erwachen“, seitdem fühle sie sich „wie ein Roboter“. Mit diesem traumatischen Erlebnis begannen die Symptome.
Die Beschwerden verschwanden, nachdem sie sich endlich jemandem öffnen und diesen Tag, sowie die Trennung insgesamt, angemessen verarbeiten konnte.
2. Angst- und Panikstörung
Alexandra, 33 Jahre, Grafikerin, kam zu mir mit den Worten: „Seit Jahren schränken mich die Symptome extrem im Alltag und Sozialleben ein. Ich möchte neue Verhaltensmuster lernen, mehr auf mich selbst achten, als auf andere und endlich kein People Pleaser mehr sein. Ich habe schon alles, alles ausprobiert – aber du gibst mir das Gefühl, mit deiner Hilfe könnte ich es für immer aus der Teufelsspirale Reizblase rausschaffen.“
Da sich ihre Eltern oft um die kranke Oma kümmerten, wurde Alexandra schon als Kind recht früh „selbstständig“. Sie übernahm auch die Verantwortung für ihren jüngeren Bruder. So lernte sie, zu funktionieren und es „allen recht machen zu wollen“, außerdem hatte sie „panische Angst davor, etwas falsch zu machen“. Daher lernte sie „nie ihre Bedürfnisse zu äußern“. Weil sie immer „Leistung wie eine Maschine“ bringen wollte, kam es zu einer Angst- und Panikattacke in der U-Bahn, als sie auf dem Heimweg vom Studium nach Hause war. Die Bachelorarbeit, parallel dazu Arbeit und Praktikum und das beginnende Masterstudium waren zu viel, da sie „ihre Grenzen nicht kannte“. Danach begann die Symptomatik, vor allem im Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln.
Als Alexandra lernte, den alten Schmerz der Vernachlässigung loszulassen und ihre Bedürfnisse zu äußern, buchte sie bereits nach der dritten Sitzung ihre langersehnte Japanreise und fuhr so viel U-Bahn, wie nie zuvor. Ihren Bruder nahm sie nicht mit, sondern reiste allein.
Sophia, 23 Jahre alt, Lehramtsstudentin, suchte mich mit folgenden Worten auf: „Ich leide seit zwei Jahren unter starken Blasenbeschwerden. Ich verspüre immer einen Harndrang. Regelmäßig ist dieser mit starkem Brennen und Schmerzen verbunden. Ich habe schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht und werde immer wieder ohne richtige Hilfe nach Hause geschickt. Ich habe das Gefühl, dass mir niemand helfen kann.“
Schon als Kind war Sophia sehr ehrgeizig und leistungsorientiert. Ihre Eltern sagten: „Bei Sophia läuft alles, bei ihrer Schwester müssen wir mehr hinschauen.“ Ihre guten Leistungen äußerten sich nicht nur schulisch, sondern auch sportlich. Sie war Leistungsschwimmerin. In der Schulzeit gab es Mobbing-Erfahrungen. Ihre Mutter, Lehrerin, verließ die Familie als Sophia 15 Jahre alt war. Bis dahin bewunderte sie immer ihre Mutter in der Rolle als Lehrerin. Nach dem Abitur stieg sie in ihre Fußstapfen und studierte ebenfalls auf Lehramt. Ab da begann ein jahrelanger Krankheitsverlauf. Sie litt zunächst unter starker Akne, dann folgten Bauchbeschwerden, Darmbeschwerden, Übelkeit. Schließlich die Blase. Zudem klagte sie über Ängste in Bezug auf „Zukunft, Prüfungen, Job, Gesundheit und dass Dinge nicht mehr besser werden“. Außerdem beschrieb sie: „Mir fehlt das Urvertrauen.“
Als Sophia ihrer Mutter, „die uns verlassen hat“, verzeihen konnte, den alten Schmerz des Mobbings während der Schulzeit auflöste und vor allem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gelernt hatte, haben die Symptome ein Ende gefunden.
3. Narzisstische Kränkung
Marie, 27 Jahre, Pharmazeutisch-technische Assistentin, meldete sich bei mir so: „Ich lebe momentan komplett anders als vorher. Eingeschränkt, negativ, müde. Ich verspüre ein dauerhaftes Brennen und Verkrampfen. Ich muss dauerhaft einen Harndrang halten, der in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Ich kenne das Gefühl einer leeren, entspannten Blase nicht mehr.“
Marie ist die jüngste von drei Geschwistern. Ihre zwei Schwestern, 39 und 33 Jahre alt, sind längst ausgezogen und haben eigene Familien gegründet. Auf die Frage, wie sie für ihre Mutter sein musste, um geliebt zu werden, sagte sie: „vernünftig, nicht aufgedreht, ruhig und anständig“. Als Marie als letztes aus dem Elternhaus auszog, begannen ihre Beschwerden. Nun kam es dazu, dass die Mutter Marie „zu Hause vermisste“ und oft Sätze sagte, wie: „Jetzt habe ich niemanden zum Reden.“, „Na, fühlst du dich nicht auch alleine?“ oder „Mit mir geht ja keiner mehr auf den Weihnachtsmarkt.“ Marie quälte folglich ein „schlechtes Gewissen“. Die Mutter hat durch ihr Verhalten ungewollt die Selbstsicherheit und das eigene Selbstvertrauen von Marie erschüttert. Außerdem hat sie Maries Selbstachtung sowie ihren eigenen Selbstwert in frage gestellt. Das bezeichnet man als ‚narzisstische Kränkung‘.
Nachdem Marie die Zusammenhänge verstand und lernte, ihren eigenen Weg gehen zu dürfen, ohne da bei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, waren die Beschwerden weg.
Ramona, 46 Jahre, Steuerfachangestellte, beschrieb ihre Problematik wie folgt: „Ich leide unter einer Reizblase und wurde medizinisch gesehen auf den Kopf gestellt, aber man konnte rein gar nichts feststellen. Ich möchte diesen permanenten Reiz, der immer wieder auftritt, endlich los werden! Da es mich mittlerweile so irre macht, wenn es auftritt, hat mir mein Arzt Beruhigungsmittel gegeben, damit ich wenigstens in den Schlaf finde.“
Ramona ist ohne Vater aufgewachsen und das einzige Kind der Mutter. Diese ging Vollzeit arbeiten, sodass sie viel Zeit bei ihren Großeltern verbrachte. Ramona beschrieb, dass ihre Mutter sich „nie gekümmert hat“, sie „vernachlässigte“, „nicht auf ihre Bedürfnisse einging“ und auch „nie mit ihr Urlaub gemacht hat“. Ihre Oma „war wie die Mutter“. So musste sie sich schon als Kind „um alles selber kümmern“, zum Beispiel als Grundschulkind „alleine zum Zahnarzt gehen“. Sie wurde eine starke, unabhängige Frau, die stets darauf bedacht war, „alles alleine zu machen“. Als sie zu ihrem Mann zog, erkrankte sie plötzlich an Hashimoto, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Als sie Jahre später gemeinsam ins Ausland zogen, verschwand diese. Dann kam Corona. Vor dem Fernseher erlitt sie „einen Nervenzusammenbruch“ und sagte: „Ich lasse mich nicht einsperren!“ Das war der Beginn der Reizblase.
Sobald sich Ramona in ihrer Freiheit und Unabhängigkeit eingeschränkt fühlt, kommt es zu Beschwerden. Als sie innerlich mit ihrer Mutter Frieden schloss und lernte auch mal die Kontrolle abgeben zu dürfen sowie innere Ruhe fand, legten sich die Symptome.
4. Resultat einer Überlaufreaktion
Christian, 54 Jahre, Abteilungsleiter einer Versicherungsgesellschaft, kam zu mir mit folgenden Worten: „Ich leide seit 1992 an einer psychosomatischen Reizblase, die durch ein Erlebnis ausgelöst wurde. Körperlich habe ich keine Probleme. Ich habe damals mehrere Ärzte konsultiert. Ich würde gerne leben, ohne mir ständig Notfallpläne überlegen zu müssen. Ich weiß schon fast nicht mehr, wie es früher war.“
Christian plagte der extreme, schlagartige Harndrang immer dann, „wenn es nicht passt“. Vor 30 Jahren unternahm er eine Kneipentour. Er musste irgendwann dringend zur Toilette. Doch der Wirt machte zu, die Freunde fuhren zum nächsten Lokal. So ging es weiter und weiter. Irgendwann konnte er endlich auf die Toilette gehen. Drei Wochen später stand er im Büro und plötzlich begann die Reizblasensymptomatik. Auch wenn die Blase nicht überlief, kam es zu diesen Symptomen. Das Gehirn, welches ihn nur schützen will, hat gelernt: „Das will ich nicht noch einmal erleben! Geh lieber nochmal!“ Und das logischerweise gerade in den Momenten, in denen es nicht geht.
Mit Hilfe meiner Tipps und Tricks, konnte Christian seine Symptomatik auch nach drei Jahrzehnten loswerden und endlich wieder einkaufen gehen oder auf Arbeit fahren, ohne seine Toilettenstopps einlegen zu müssen. Darüber hinaus nahm er zwei Einladungen für Vorträge vor über hundert Menschen an, obwohl er anfangs überzeugt war, er könne nicht vor Leuten sprechen.
Karolin, 34 Jahre, selbstständig im IT-Wesen, wandte sich mit diesen Worten an mich: „Ich leide seit ca. drei Jahren an ständigem Harndrang, der extrem zunimmt, wenn ich unter Menschen bin. Einkaufen war lange Zeit gar nicht möglich und ist auch heute noch eine große Überwindung. Ich glaube die auslösende Ursache zu kennen, konnte aber bisher keine Lösung finden, die für mich funktioniert. Mein Leben ist komplett eingeschränkt und die Blase beherrscht meinen Alltag.“
Karolin war vor drei Jahren mit einer Freundin im Urlaub. In Nevada, USA. Sie waren im Grand Canyon. Sie gingen durch die enge Schlucht. Sie hatten Spaß und waren fröhlich. Karolin musste lachen, plötzlich war ihre Hose nass. Das war das erste und letzte Mal, dass das passierte. Seit diesem Erlebnis hat sich ein Schalter umgelegt. Diese Erfahrung war ihr so unangenehm, so peinlich, dass sie das nie, nie, nie wieder in ihrem ganzen Leben erleben möchte. Das Gehirn will sie schützen. Deshalb schlägt es Alarm: „Geh nochmal, geh nochmal! Hier sind so viele Menschen, wie damals im Grand Canyon. Das war so schrecklich. Das darf nie wieder passieren! Also geh noch mal!“ Ein eingebranntes traumatisches Erlebnis.
Eins möchte ich betonen: Ich denke, es ist immer ein Konglomerat aus vielen Faktoren. Bei Christian ließ sich noch eine Angst- und Panikattacke finden, die wir lösten. Und bei Karolin, eine narzisstische Kränkung seitens des Ex-Chefs. Als wir alle Themen bearbeiteten und Karolin zusätzlich die Tipps anwendete, lösten sich die Symptome in Luft auf.
Dies sind nur 8 Fallbeispiele aus meiner Praxis (selbstverständlich nicht die echten Namen!). Sie stehen exemplarisch für alle meine unzähligen KlientInnen, denen ich helfen konnte, endlich wieder ein gesundes und glückliches Leben zu führen. Es klingt wie ein Hexenwerk - ist es jedoch nicht, wenn man die Ursachen, die Zusammenhänge und die Hintergründe der psychosomatischen Reizblase versteht. Das ist Soziologie. Das ist Psychologie. Das ist Persönlichkeitsentwicklung. Das ist, was ich kann und liebe. (Ich kann auch nichts anderes :) Aber Reizblasen behandeln kann ich.)
Wann lerne ich dich endlich kennen? Deine Lisa



