SYMPTOME der psychosomatischen Reizblase
Kommt dir das bekannt vor?
Quält dich ein ständiger Harndrang? Vor allem in Situationen, in denen es keine Toilette gibt? Oder zumindest schwer erreichbar ist? Vor allem unter Menschen? In sozialen Situationen wie Menschenmengen, Marktplätzen, in Bus und Bahn, im Auto, im Theater oder im Kino? Vor und in Meetings rennst du immer wieder zur Toilette? Bevor du das Haus verlässt, gehst du noch etliche Male? Selbst, wenn du entspannt vor dem Fernseher liegst und eine schöne Reisedokumentation anschaust, denkst du nur: „Oh mein Gott, da gibt es gar keine Toiletten! Wie machen das die Menschen nur?“ Alles dreht sich nur noch um die nächste Toilette. Es wirkt fast schon wie ein Zwang. Du nimmst einfach jedes noch so unschöne Klo mit, das sich dir bietet. Warum? Na, aus Sicherheitsgründen! Lieber noch einmal gehen, bevor es zu spät ist! Ein schönes Gefühl. Ein Gefühl der Belohnung und Sicherheit setzt ein. Doch es hält nicht lange an. Sobald du ins Auto einsteigst oder in den nächsten Supermarkt gehst, quält dich wieder dieser ständige, verdammte Harndrang. Als würde jeden Augenblick deine Blase platzen. Jetzt! Sofort! Toilette!
Du kannst keine spontanen Unternehmungen mehr machen. Du recherchierst alle möglichen Toiletten und planst deine Routen – sofern du sie nicht vermeiden kannst – nach den dort vorhandenen Toiletten. Selbst deine Kleidung bestimmst du danach. Was könntest du anziehen, damit man es am wenigsten sieht, wenn es daneben geht? Vielleicht traust du dich auch gar nicht mehr ohne Einlagen aus dem Haus? Und dass, obwohl es noch nie daneben gegangen ist – außer vielleicht einmal (Einmaliges Überlauferlebnis vor Beginn der Reizblase). Komischerweise ist es weg, wenn du ganz entspannt und glücklich bist. Zu Hause zum Beispiel ist es gar nicht da. Außerdem merkst du von all dem nichts, wenn du in deinem Hobby versunken bist. Dann hält deine Blase stundenlang durch! Abends, wenn du ins Bett gehen möchtest, ist der Harndrang auch wieder da. Wenn du es geschafft hast, einzuschlafen, schläfst du durch. Die ganze Nacht! Es sei denn, dein Unterbewusstsein kramt deine Probleme raus und lässt dich nicht schlafen, oder du träumst mal wieder von Toiletten.
Dein Leben wird zum Spießrutenlauf von Toilette zu Toilette. Lebensqualität? Gibt’s nicht mehr! Keine Ausflüge, keine Urlaube. Zu groß ist die Angst. Selbst wenn du einen Ausflug machen würdest, z. B. einen Städtetrip, am besten noch mit einer Reisegruppe in einem Reisebus (die schlimmste Horrorvorstellung!), dann hast du keinen Spaß. Du verkrampfst einfach alles. Du sitzt da, wie hinter einer Mauer. Du bist kaum noch ansprechbar. Du kneifst alles, was du hast, zusammen.
Du sitzt da, wie ein Häschen in der Grube. Bewegungsunfähig. Erstarrt. Du nimmst nicht mehr am Leben teil. Es ist, als wärst du von einem anderen Stern. Eigentlich bist du gar nicht mehr da. Jede Alarmglocke in dir geht an: „FLUCHT! Ich kann nicht mehr! Weg hier! Ich will hier weg!“ So verhält es sich auch in einem Supermarkt, vor allem, wenn du der Kasse näher kommst. Wenn sich dann noch eine Schlange an der Kasse gebildet hat – dann Gnade dir Gott.
Ständig fragst du dich: „Warum?“ So warst du doch früher nicht! Du warst frech, wild und wunderbar! Jetzt bist du nur noch ein Häufchen Elend, welches nicht mal mehr dazu in der Lage ist, mit dem Hund Gassi zu gehen!
Naaaa, ich weiß ganz genau, was du fühlst...



