Die 4 größten FEHLER bei Reizblase
DAS darfst du auf keinen Fall tun!
Fehler Nr. 1:
Du fängst an, weniger zu trinken und verzichtest auf alles, was den Harndrang noch verstärken könnte. Das ist ein fataler Fehler, denn wenn der Harn konzentrierter ist, reizt er schneller die Blasenwand, die wiederum eher das Signal „Ich bin voll!“ aussendet. Zudem trainierst du sie regelrecht darauf, nicht mehr viel halten zu können. Deine Blase ist auch nur ein Muskel, den du trainieren kannst. Wenn du nun den ganzen Tag nicht viel trinkst, aber ständig zur Toilette rennst, für ein paar Tröpfchen, dann trainierst du sie klein. Abgesehen davon züchtest du dir vielleicht noch andere Krankheiten heran, denn wenig trinken ist grundsätzlich nicht gesund. Auch deine Nieren wollen arbeiten und schließlich mit dem Harn Giftstoffe und Abfallprodukte aus dem Körper schleusen. Wenn du dennoch weniger schnell Urin produzieren möchtest, dann trinke eher die Getränke, die nicht so stark harntreibend sind. Also weniger Kaffee, Tee und Cola und eher Wasser, Milch und verdünnte Saftschorlen. Eins möchte ich aber an dieser Stelle schon vorwegnehmen: Wir wollen die Ursache behandeln, nicht das Symptom! Deshalb gilt: Trinke, was du liebst! Denn das ändert sowieso nichts an deiner Reizblase!
Fehler Nr. 2:
Du gehst schon sicherheitshalber auf die Toilette. Sobald sich dir eine Toilette bietet, gehst du ‚sicherheitshalber‘. Der Druck ist ja meistens sowieso da. Es kommt dann eben nur nicht viel raus. Danach hast du trotzdem das Gefühl, dass da noch etwas ist. Dann gehst du nochmal. Ein paar Mal hintereinander. Und dass, obwohl du weißt, dass logischerweise nicht mehr viel, höchstens ein Tröpfchen kommen kann. Ich habe ihn in meinem Kopf den ‚Glückstropfen‘ genannt. So verrückt war ich schon: „Ein Tropfen geht noch. Ich bin noch nicht vollständig leer, ich kann noch nicht durch die Haustür gehen.“ Du achtest darauf, was du bis wann trinkst, um abzuschätzen, wann du nochmal gehen musst, damit du dann ‚leer‘ das Haus verlassen kannst. Dann wird es zur Routine. Du konditionierst, sprich trainierst, dich auf all diese Toilettengänge. Es ist wie mit dem Rauchen – erst waren es vielleicht drei Zigaretten am Tag, und dann? Morgens zum Kaffee, vor der Dusche, nach der Dusche, im Auto, in jeder Pause, nach der Arbeit und so weiter. Du verknüpfst die Toilettengänge mit allen möglichen Situationen und läufst wie ferngesteuert zur Toilette. Komme was wolle.
Fehler Nr. 3:
Du vermeidest alle Situationen und ziehst dich immer mehr zurück. Das ist wohl einer der schlimmsten Fehler. Denn hier hört das Leben auf. Du gehst gar nicht mehr raus. Du gehst nicht mehr in die Bar, du triffst dich nicht mehr mit Freunden, keine Ausflüge, keine Urlaube. Das Leben ist vorbei. Du bist am liebsten zu Hause, in der Nähe der sicheren Toilette. Wenn das so weiter geht, sind depressive Verstimmungen nicht weit entfernt. Wenn du keinen Spaß hast, kein Leben, keine Ablenkung, wenn dein Gehirn nichts mehr zu arbeiten hat, keinerlei Input, dann geht es dir natürlich auch emotional immer schlechter. Frust. Angst. Demütigung. Der totale Rückzug. Neidisch denkst du an die anderen, die fröhlich durch die Weltgeschichte reisen und völlig entspannt sind. Nie müssen sie sich ums nächste Klo sorgen! Das ist unfair! Diese Vermeidungsstrategien verstärken jedoch aufgrund des Belohnungseffekts die Symptomatik. Vielleicht könntest du dich im Privatleben sogar noch damit abfinden, aber beruflich ist es nicht mehr tragbar. Du fällst durch deine häufigen Toilettenbesuche schon negativ auf. Vielleicht kannst du deinen Beruf auch gar nicht mehr ausüben. So erging es einer Klientin von mir. Sie war Reiseverkehrskauffrau. Job: Adé! Es ging einfach nicht mehr. Auch bei mir hatte es Auswirkungen: Ich war Dozentin. Ich hätte Exkursionen machen können, stattdessen sagte ich: „Wir bleiben lieber hier in der Schule, in unseren Unterrichtsräumen. Das ist wichtiger, als draußen Exkursionen zu machen.“ So ein Quatsch.
Fehler Nr. 4:
Deine Gedanken kreisen nur noch um die nächste Toilette. Du denkst ständig nur an die nächste Toilette. Du kannst dich kaum mehr auf Gespräche oder einfach nur den Moment konzentrieren. Du führst fortan ein Doppelleben. Keiner sieht es dir an. Egal wo du bist, dein Blick sucht das nächste Toilettenschild. Es ist so präsent, dass kaum noch andere Informationen zu dir durchdringen. Du bist zwar da, du sitzt im Meeting, du tust dieses oder jenes, aber es gibt nur einen Gedanken: „KLO!!! Ich muss!!!“ Und das Allerschlimmste daran ist: Du denkst schon im Vorfeld daran. Schon wochenlang, bevor gewisse Termine anstehen, die kompliziert werden könnten – wie bestimmte Meetings oder Betriebsausflüge, Bahnfahrten oder bei Anderen im Auto mitfahren müssen – spielst du sie im Kopf durch. Natürlich immer mit Horrorausgang. Am Abend kannst du kaum einschlafen, weil du denkst: „Morgen wird es wieder eine absolute Katastrophe werden.“ Das Fatale an der Sache ist, dass deine Gedanken wirkende Kräfte sind: Eine Hypnosestudie (Literatur findest du in meinem Buch) hat ergeben: Wenn man einem Hypnotisierten suggeriert, er würde große Mengen Flüssigkeit trinken (was er natürlich nicht tut), produziert er wirklich (!) bis zu einem Liter mehr Urin als normal üblich. Deshalb kannst du auch kaum mehr deiner eigenen Blase vertrauen.



